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Low Voltage Agreement Group
Die Low Voltage Agreement Group (LOVAG) wurde 1989 bereits gedanklich aus der Taufe gehoben und das erste Abkommen wurde von drei Mitgliedern im Jahre 1991 unterzeichnet. Zur Zeit gibt es sieben Unterzeichner des Agreements: Aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Schweden und Ungarn.
Das grundsätzliche Ziel von LOVAG ist die Harmonisierung von Prüfung und Zertifizierung von elektrotechnischen Geräten, auf die Europäische Richtlinien angewendet werden, wie zum Beispiel die Niederspannungsrichtlinie, die Richtlinie für die elektromagnetische Verträglichkeit und die Maschinenrichtlinie. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem Sektor der Niederspannungsgeräte für industrielle, gewerbliche und ähnliche Anwendungen. Durch die Teilnahme am LOVAG System kann der Hersteller seine eigenen Laborresourcen einsetzen und eine "third party" Zertifizierung durch die Zertifizierungsorganisation erhalten.
Die Ausgabe eines LOVAG Zertifikats bedeutet, dass es von einem Unterzeichner des Agreements ausgestellt wurde, der den gemeinsamen Anwendungen und Prüfmethoden folgt, die in den LOVAG Test Instructions enthalten sind. Die Prüfungen werden ausgeführt in einem anerkannten und von den LOVAG-Mitgliedern akzeptierten Prüflaboratorium
LOVAG, Low Voltage Agreement Group
Zehn Jahre internationale Zertifizierung
von Mike Swan, ASTA, Sekretär von LOVAG von 1991 bis 2001
übersetzt von Horst Huthmann, ALPHA, veröffentlicht im Juni 2001
Zusammenfassung: Es werden die Hintergründe und Schritte zur Gründung von LOVAG dargestellt. Eine wesentliche Unterstützung ging dabei von den Herstellerverbänden in verschiedenen Ländern Europas aus. LOVAG wird heute von neun renommierten europäischen Zertifizierungsstellen getragen und bietet aufgrund von harmonisierten Prüfanweisungen und Prüfberichten auf der Basis der IEC- und EN-Normen ein kompetentes Zertifizierungsschema für Geräte der industriellen Niederspannung. Die einheitlichen Zertifikate finden auf dem europäischen Markt und zunehmend auch weltweit ihre Anerkennung.
Auf dem Gebiet der Elektrotechnik gab es 1989 in Europa zwei Vereinigungen zur gegenseitigen Anerkennung (MRA‘s) von Prüfungen und Zertifikaten. Das waren: Das CENELEC Certification Agreement (CCA) und die Short-circuit Testing Liaison (STL) aus dem später das STL Agreement (STLA) entstanden ist. Das CCA war eine Vereinigung für den Bereich der häuslichen Elektrogeräte und die STLA deckte elektrische Geräte für den Hochspannungsbereich über 1000 V ab.
Für die industriellen Geräte im Bereich der Niederspannung gab es damals keine ent-sprechende Vereinbarung, obwohl dies den größten Teil der Produktion elektrotechnischer Geräte in Europa ausmacht.
Daher regte ASTA Certification Services in England eine Diskussion mit gleichartigen Zertifizierungsstellen in anderen europäischen Ländern an, um die Notwendigkeit für eine Vereinbarung auf diesem Sektor zu klären.
Einige europäische Zertifizierungsstellen stimmten zu und gegen Ende 1989 gab es ein Treffen zwischen ASTA Certification Services und der Association De Stations D‘Essais Francaises D‘Appareils Electriques (ASEFA) in Paris und zwar zwischen den Herren Jean-Paul Francillon und Edmond Beau von ASEFA und Eur Ing Michael Swan von ASTA. Mit diesem Treffen begann die Arbeit der Vereinigung für industrielle Niederspannungsgeräte (LOVAG)
Man erkannte die Notwendigkeit, die europäischen Herstellerverbände anzusprechen, da es nicht in allen europäischen Länder Zertifizierungsstellen für diesen Bereich gab. Es wurden Briefe geschrieben an die nationalen Herstellervereinigungen in Europa und auch an europäischen Herstellervereinigungen wie ORGALIM und UNICE.
Auf diese Briefe hin wurde von der deutschen Herstellervereinigung ZVEI und von der italienischen Handelsvereinigung ANIE Interesse gezeigt und dies führte zur Gründung der beiden Zertifizierungsstellen ALPHA in Deutschland und ACAE in Italien, um die Prüfinteressen in diesen Ländern zu vertreten.
Sofort Anfang 1990 fanden Treffen statt, um das weitere Vorgehen zu diskutieren und auch die Herren Gustav Rode von ALPHA und Dr. Alberto Scarpa von ACAE nahmen daran teil. Der Vorsitzende von LOVAG in diesen ersten Jahren war Herr Jean-Paul Francillon.
Noch 1990 wurden Kontakte zu CENELEC hergestellt und dort unterstützte man die Erarbeitung und Unterzeichnung eines offiziellen VertragesIn 1991 wurden die Arbeiten zum Vertrag abgeschlossen und der Vertrag wurde in diesem Jahr offiziell in den Büros von CENELEC von den folgenden vier Mitgliedern unterzeichnet:
Zusätzlich unterzeichnete 1992 KEMA Quality (formerly: KEMA Certification Services; KCS) aus den Niederlanden den Vertrag und im selben Jahr wurde LOVAG offiziell von der neu gebildeten European Organisations for Testing and Certification (EOTC) registriert.
In 1993 kamen zwei weitere Zertifizierungsstellen hinzu: CEBEC aus Belgien und SEMKO AB aus Schweden unterzeichneten das LOVAG Agreement. Dicht gefolgt von Centro Elettrotecnico Sperimentale Italiano Giacinto Motto S.p.A. (CESI) aus Italien in 1994. In 1994 übernahm Herr Brian Wood die Aufgabe als Chairman von LOVAG und hielt diese Position bis 2000. Unter seiner Leitung gelangte die Vereinigung zu seiner Bedeutung in Europa. Zuletzt unterzeichnete FIMKO Limited aus Finnland in 1998 den Vertrag und erhöhte damit die Zahl der Mitglieder auf neun.
Im Jahr 2001 hat die LOVAG Vereinigung nach wie vor neun Zertifizierungsstellen aus acht verschiedenen Ländern als Mitglieder. Sie erstellen gemeinsame Anweisungen zu Prüf-standards (EN, IEC ) für Geräte der elektrischen Niederspannung und ähnliche Ausrüstungen (einschließlich Ausrüstungen/Installationen für gewerbliche und öffentliche Gebäude), die in den Arbeitsbereich (Scope) von LOVAG fallen. Diese Anweisungen werden als ”LOVAG Test Instructions“ herausgegeben.
LOVAG erstellt ferner Zertifikate und Prüfberichte in einheitlichem Format für das vertraglich vereinbarte Zertifizierungsverfahren. Die LOVAG Zertifikate mit ihrem einheitlichen Format werden heute zunehmend vom Markt anerkannt und in der europäischen Wirtschafts-gemeinschaft und auch weltweit akzeptiert. LOVAG hat bisher über 1000 Zertifikate für den Bereich der industriellen Niederspannung und ähnlichen Ausrüstungen (einschließlich Ausrüstungen/ Installationen für gewerbliche und öffentliche Gebäude) innerhalb des Scopes der Vereinbarung erstellt.
LOVAG hat folgende Stärken:
Damit stellt sich LOVAG heute als kompetentes Zertifizierungsschema für industrielle Niederspannungsgeräte dar, dessen Integrität und Qualität durch anerkannte europäische Zertifizierungsstellen gewährleistet wird. Der Nachweis dafür ist mit über 1000 LOVAG Zertifikaten erbracht worden. Vor diesem Hintergrund liegen die zukünftigen Aufgaben von LOVAG in einer weltweiten Aktivität und der Schaffung einer weltweiten Anerkennung der LOVAG Zertifikate.